Gedanken über Missbrauch, Verantwortung und Hoffnung

Rom
06.05.2026
Anlässlich des ersten Jahrestags des Pontifikats von Papst Leo XIV. hat die Rubrik „Theologians’ Corner“ des „Global Sisters Report“ Theologinnen aus aller Welt eingeladen, über seine Bemühungen nachzudenken, Missbrauch zu bekämpfen, die Rechenschaftspflicht zu stärken und Reformen in der Kirche voranzutreiben. Eine von ihnen ist Sr. Mercy Shumbamhini CJ.

Sr. Mercy beginnt ihre Stellungnahme mit folgender Feststellung: „Durch meine Erfahrungen in der Seelsorge, im Kinderschutz und in der traumainformierten Begleitung im kirchlichen Kontext Afrikas habe ich die Reaktion der Kirche auf die Missbrauchskrise als einen fortwährenden Weg der Bekehrung zum Herzen Christi verstanden. Im Zentrum dieses Weges steht der Gute Hirte, der sich bückt, um das verwundete Schaf zu tragen, und die Kirche so in tiefere Wahrheit, Mitgefühl und Heilung führt.“

Sie fügt hinzu: „Papst Leo XIV. betont, dass die Schwächsten ‚im Zentrum des Evangeliums‘ bleiben müssen und dass die Armen ‚kreative Subjekte sind, die uns herausfordern, neue Wege zu finden, das Evangelium heute zu leben‘. Dies spricht direkt das an, was ich in Gemeinschaften erlebt habe, die sowohl von Leid als auch von Widerstandskraft geprägt sind.“

Hintergrund:

Sr. Mercy lebt und arbeitet in Simbabwe. Sie ist staatlich geprüfte klinische Sozialarbeiterin, Theologin, geistliche Begleiterin, Beraterin für Kinderschutz, narrative Therapeutin, Forscherin und Autorin. Sr. Mercy war als Entwicklungsbeauftragte für die Arrupe Jesuit University tätig und ist derzeit als Leiterin der Entwicklungsarbeit  der CJ in der Provinz Simbabwe tätig. Außerdem ist sie Dozentin für Sozialarbeit, Theologie und Spiritualität an der Universität.