Berufung zum Ordensleben
„Berufung“ – ein Wort, das nach „MEHR“ klingt, nach dem „MAGIS“, von dem der heilige Ignatius von Loyola sprach. Es geht um Sehnsucht und Sinn, Leben in Fülle, um das Gefühl, gebraucht zu werden. Berufung klingt klingt nach dem EINEN, der mich persönlich ruft und mit dem ich gemeinsam meinem Leben eine einzigartige Gestalt geben darf.
Die Berufung zum Ordensleben ist ein persönlicher Ruf Gottes, sich als Mitglied einer Ordensgemeinschaft durch die Gelübde der Armut, Keuschheit und des Gehorsams ganz in den Dienst Gottes und der Mitmenschen zu stellen.
Der heilige Ignatius von Loyola verbindet die Berufung mit dem Geist des MAGIS; er lehrte uns, dass man seine Berufung dadurch entdeckt, dass man erkennt, wie man Gott am besten lieben und ihm dienen kann, indem man sich stets dafür entscheidet, „mehr zu tun“ und „mehr zu sein“ für Gott und die Mitmenschen, und alles zur größeren Ehre Gottes (Ad Majorem Dei Gloriam) tut.
Für die Schwestern und Gefährtinnen Mary Wards ist dieses MAGIS eine Inspiration, stets nach größerer Liebe, größerem Dienst und größerer Gerechtigkeit zu streben. Es drängt uns, über das hinauszugehen, was bequem oder ausreichend ist, damit unser Leben die Werte des Evangeliums immer vollständiger widerspiegelt.
Wenn du das Gefühl hast, dass Gott dich zum Ordensleben in der Congregatio Jesu beruft, laden wir dich herzlich ein, dich mit uns in Verbindung zu setzen. Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen und dich bei deiner Suche zu begleiten.
Jede Lebensentscheidung ist einzigartig. Der Weg, um CJ-Schwester zu werden, besteht aus verschiedenen Schritten und Phasen. In jeder dieser Phasen ist es wichtig, geistliche Unterscheidung ernstzunehmen – auf beiden Seiten, sowohl bei der Frau, die ihre Berufung prüft, als auch bei der Gemeinschaft, in die sie hineinwachsen möchte.
„Unterscheidung“ ist ein Begriff aus der Ignatianischen Spiritualität. Unter Unterscheidung verstehen wir die fortwährende Suche danach, wie Gott in unserem Leben wirkt. Gebet ist eine der wichtigsten Säulen bei dieser Suche. Die Gnade der Berufung fließt aus unserer christlichen Taufe, eine Frau, die danach sucht, ob sie zum Ordensleben berufen ist, achtet daher in Gebet und Betrachtung darauf, ob Jesus sie auf diese Weise in seine Nachfolge beruft.
Am Anfang einer Berufung zum Ordensleben steht das Kennenlernen unserer Gemeinschaft, von Schwestern und unserer Lebensweise. So können Interessierte nach und nach einen Austausch mit Menschen beginnen, die Mary Wards Charisma in ihrem Alltag mit Leben erfüllen. Sie lernen Mary Wards Vision von Ordensleben und die Realität der CJ kennen, bekommen immer tiefere Einblicke in unser Leben und erweitern ihren Horizont.
Die erste offizielle Etappe auf dem Weg zum Ordensleben ist eine Zeit der Prüfung. Diese Zeit erlaubt es sowohl der Suchenden als auch der Gemeinschaft, die gegenseitigen Fragen zu beantworten. Ob eine Interessierte den Weg weitergehen will und kann, zeigt sich darin, ob sie zu echter geistlicher Unterscheidung bereit ist und ob sie psychologisch und spirituell wachsen möchte. Flexibilität, Bereitschaft zu Sendung sowie Wille und Fähigkeit zu wachsen sind wesentliche Voraussetzungen für das das ‚geweihte Leben‘.
Kandidatur
Wenn eine Interessierte auf dem Weg der Berufung weitergehen möchte, bewirbt sie sich für eine Kandidatur. Als Kandidatin lebt sie ihr bisheriges Leben weiter – zum Beispiel Studium, Arbeit, Freundschaften, Unabhängigkeit – wird aber immer vertrauter mit der Lebensweise in der Congregatio Jesu. An einigen Orten leben die Kandidatinnen einige Zeit in einer CJ-Kommunität, so dass sie selbst und auch die Gemeinschaft herausfinden können, ob diese Lebensform zu ihnen passt.
Die Kandidatur dauert in der Regel zwischen 6 Monaten und zwei Jahren. Zum Kennenlernen gehört auch der regelmäßige Austausch mit einer dafür bestimmten Schwester. Wenn beide Seiten diesen Schritt für richtig erachten, bewirbt die Kandidatin sich für das Noviziat.
Novizin zu werden ist ein ernsthafter Schritt hin zum Ordensleben in der CJ. Das Noviziat bietet die Möglichkeit, weiter über die eigene Berufung zu reflektieren, während man gleichzeitig schon in der CJ mitlebt. Das erste Jahr des Noviziats legt den Schwerpunkt auf die eigene innere geistliche Reise und die eigene Beziehung zu Gott. Es beinhaltet in der Regel auch Möglichkeiten, soziale Arbeit und Projekte unserer Gemeinschaft durch Praktika und ‚Experimente‘ kennenzulernen. Auch die 30-tägigen Ignatianischen Exerzitien gehören zum Unterscheidungsprozess in dieser Phase. Im zweiten Jahr des Novitiats steht die Entwicklung einer aktiven apostolischen Spiritualität im Mittelpunkt. Am Ende der beiden Jahre unterscheidet die Novizin, ob sie den Weg weitergehen will. Wenn ja, legt sie die zeitliche Profess ab und verspricht erstmals Armut, Keuschheit und Gehorsam.
Zu Beginn des Ordensleben legt die Schwester zeitliche Gelübde ab, sie sind in der Regel auf sechs bis neun Jahre begrenzt. In dieser Zeit hat die Schwester weiterhin besondere Unterstützung und geistliche Begleitung, lebt aber bereits vollständig als Mitglied unserer Gemeinschaft. Sie übernimmt Sendungen, kann in unterschiedlichen Kommunitäten leben und/oder eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren.
Entscheidet sich eine Schwester, unserer Kongregation für immer angehören zu wollen, bittet sie darum, die ewige Profess ablegen zu dürfen. Diese Entscheidung wird in engem Austausch zwischen der Schwester und der Ordensleitung getroffen.
Wenn du nach deiner persönlichen Berufung suchst und dir auf diesem Weg Begleitung wünschst, melde dich gerne. Unsere Kommunitäten und unsere Schwestern stehen dir gerne für persönliche Gespräche zur Verfügung, beantworten deine Fragen und begleiten dich auf deinem Weg. Wir freuen uns, wenn du dich meldest!
Ein Vermächtnis mutiger Liebe
Unser Charisma ist in der ignatianischen Spiritualität verwurzelt und von der prophetischen Vision Mary Wards geprägt. Ihre Überzeugung, dass „Frauen in der Zukunft viel bewirken werden“, inspiriert uns bis heute.
Die ignatianische Tradition lehrt uns, Gottes Gegenwart in unserem täglichen Leben zu erkennen, vor dem Handeln nachzudenken und mit Freiheit und Integrität zu handeln. Mary Ward fügte ihren eigenen mutigen Geist hinzu: Glaube, der wagt, Liebe, die ausharrt, und Hoffnung, die Grenzen überschreitet.
Jede Schwester bewahrt sich ein kontemplatives Herz inmitten ihres Wirkens, das heißt insbesondere, aufmerksam zuzuhören, klug zu unterscheiden und mutig zu handeln. Wir glauben, dass spirituelle Tiefe und praktischer Dienst untrennbar miteinander verbunden sind. Wir sind als Pädagoginnen, Seelsorgerinnen, Sozialarbeiterinnen und geistliche Begleiterinnen tätig. In Schulen und Universitäten, in Pfarreien und Flüchtlingsunterkünften, in Exerzitienzentren und auf digitalen Plattformen – wir möchten andere auf ihrem Weg zu Ganzheit und Freiheit begleiten.
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