Mary Wards Traum wird Wirklichkeit

Eins sein

Am 4. November 2025 konnten die beiden Zweige unserer Ordensgemeinschaft ihren Zusammenschluss feiern. Erfahren Sie mehr über unseren Weg zu dieser Vereinigung.

Kurze Geschichte von Congregatio Jesu (CJ) und Institute of the Blessed Virgin Mary (IBVM)

Die Congregatio Jesu wurde von Mary Ward gegründet. Gemeinsam mit einigen Gefährtinnen kam sie 1609 von England aufs Festland nach Saint Omer, wo sie eine erste Niederlassung gründete. Einer starken inneren Eingebung folgend gründete sie ihre Ordensgemeinschaft auf die Ordensregeln des heiligen Ignatius von Loyola. Die Mitglieder ihrer neuen Gemeinschaft sollten Gott durch ein aktives Leben dienen und den Glauben an die Menschen um sie herum weitergeben.

Obwohl das Institut und seine Schulen florierten, konnte Mary Ward aus Gründen, die mit den damaligen Umständen zusammenhingen, keine päpstliche Anerkennung erlangen. Das Institut wurde 1631 von Papst Urban VIII. mit der Bulle ‚Pastoralis Romani Pontificis‘ aufgelöst.
Die Gründerin unterwarf sich dem Befehl des Papstes mit vollem Gehorsam. Sie gab die Hoffnung nie auf, dass Gott ihrem Institut die Möglichkeit geben würde, zum Dienst der Kirche wiederzubeleben.

Ab 1680 wurde dank des Engagements treuer Mitstreiter die bischöfliche Erlaubnis erteilt,
neue Häuser zu gründen. Ab 1749 wurde die gemeinsame Oberin aller Gemeinschaften Generaloberin genannt. 1703, genehmigte Papst Clement XI die sogenannten 81 Regeln,die auf denKonstitutionen der Jesuiten gründeten. Diese Regeln sowie die Ignatianischen Exerzitien bildeten die ursprüngliche Basis von Mary Wards Gründung. 1877 bestätigte Papst Pius IX. in seinem Dekret ‚Religiosae Mulieres Congregationis‘
unsere Kongregation.

Sr. Jane Livesey und Sr. Noelle Corscadden über den Weg zur Vereinigung

Der irische Zweig, das IBVM, auf deutsch: Institut der Heiligen Jungfrau Maria, wurde 1821 von Teresa Ball in Dublin gegründet. Ihre Ausbildung erhielt sie im Bar Convent in York. Zusammen mit dem Ignatianischen Erbe der Exerzitien und der 81 Regeln,die auf den Konstitutionen der Jesuiten basierten.Teresa Ball hatte diese Fassung der Ordensregeln aus York nach Rathfarnham mitgebracht.Im ältesten Haus unserer Gemeinschaft (dem Bar Convent) waren diese Regeln seit dem 17. Jahrhundert bewahrt worden.

Der irische Zweig wuchs rasch und war von Anfang an von einem starken missionarischen Eifer geprägt. Indien war nach Rathfarnham (1841) die erste Niederlassung, gefolgt von Mauritius (1845), Gibraltar (1845), Kanada (1847), England (1851), Australien (1875), Südafrika (1878), den Vereinigten Staaten (1880), Spanien (1888), Kenia (1921) und Peru (1981). Mit seinem Wachstum passte sich das Institut den politischen, sozialen und kirchlichen Entwicklungen an und veränderte sich.
Obwohl die beiden Zweige von Mary Wards Gründung formal getrennt waren, gab es immer informelle Kontakte zwischen den Schwestern. Auf Grundlage einer gemeinsamen geistlichen Unterscheidung, teilten die beiden Generalräte mit, dass sie einstimmig in ihrer Überzeugung bestätigt worden waren, dass die beiden Zweige dazu berufen seine,
den letzten Schritt auf dem Weg zu einer Vereinigung zu gehen und so Mary Wards ursprünglichem Wunsch zu folgen,
eine einzige Ordensgemeinschaft zu gründen …

Sr. Veronica Fuhrmann und Sr. Carmel Swords über die letzte Etappe auf dem Weg zur Vereinigung

Im Jahr 2020, als COVID-19 weltweit grassierte, teilten die Leitungsteams eine gemeinsame Reflexion, in der sie mitteilten, dass das Gebet und die Prüfung der geplanten Fusion in beiden Zweigen fortgesetzt werden sollten.
Im September desselben Jahres wurde der formelle Fusionsprozess eingeleitet. Vor dem Hintergrund der Pandemie wurde ein kreativer Ansatz entwickelt, um die Mitglieder mit einander in Kontakt zu bringen und ein gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen. ‚Botschafterinnen‘ wurden ernannt und stellten digitale Plattformen für den Austausch über Geschichte, Leben und Sendung der Schwestern in den verschiedenen Teilen der Welt bereit. Unterstützt wurden sie von Animatorinnen aus beiden Leitungsteams. Die Initiative lief erfolgreich bis Juni 2021. Die verschiedenen Provinzen und Regionen wurden dazu in vier Gruppen aufgeteilt, und viele freudige Begegnungen fanden über Zoom, mit Webinaren und digitalen Pinnwänden statt.
Während die Welt weiterhin von COVID-19 betroffen war, beschäftigten sich die Schwestern intensiv mit der Frage der Fusion durch Nachdenken und Gebete. Gebetskarten wurden gedruckt, übersetzt und an alle Provinzen und Regionen verteilt.

Am 11. April 2022 teilte das Leitungsteam des IBVM mit, dass es von allen Mitgliedern ein klares Mandat erhalten habe, die kirchenrechtliche Fusion mit der Congregatio Jesu zu beantragen.
Am 25. August 2022 stimmten alle Delegierten der Generalkongregation der CJ in Nemi einstimmig für die Aufnahme des Instituts der Heiligen Jungfrau Maria in die Congregatio Jesu. Am 14. Oktober 2022 wurde auf der Generalkongregation des IBVM in Manresa der vorgeschlagenen Fusion mit der Congregatio Jesu einstimmig zugestimmt.

Von Januar 2023 bis zur kirchenrechtlich bindenden Abstimmung der IBVM-Mitglieder am 31. Juli 2025 fanden zahlreiche gemeinsame Treffen und Zusammenkünfte von CJ und IBVM statt. Schwestern beider Kongregationen weltweit nahmen außerdem von Januar bis Juli 2025 an einer „spirituellen Reise“ teil.
Für die Mitglieder des IBVM war der 31. Juli 2025 ein Tag der Freude und des Feierns, denn sie alle hatten die Möglichkeit, über den Beitritt zur fusionierten Gemeinde abzustimmen. Am 8. August 2025 wurde die Nachricht, dass das IBVM für die Fusion mit der Congregatio Jesu gestimmt hatte, mit tiefer Dankbarkeit aufgenommen. Mit der öffentlichen Verkündung des offiziellen Fusionsbeschlusses am 4. November 2025 ist die Fusion nun vollständig vollzogen und unsere Gemeinschaft ist endlich EINS.

Livestream of the Holy Mass on the occasion of the canonical merger on 4 November 2025